Schützenkreis 4 Ortenau 

im Südbadischen Sportschützenverband

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Waffenrecht

 

Stellungnahme des DSB zu Erfurt

 

Tiefe Bestürzung bei den deutschen Schützen

 

Wiesbaden, 30.04.02 - Entsetzen herrschte bei den 1,6 Millionen Sportschützen im DSB als die Meldung um die furchtbare Tat eines 19-jährigen Mannes am 26. April 2002 in Erfurt bekannt wurde, der im Gutenberg-Gymnasium aus persönlichen Rachegefühlen 16 Menschen sinnlos getötet hatte. Unser aufrichtiges Mitgefühl und unser Beileid geht an die Angehörigen der Opfer. In tiefer Trauer stehen wir fassungslos vor den Ereignissen und gedenken jenen, die liebe Menschen im engsten Familien- oder Freundeskreis verloren haben.

 

Diese Mordtat in Erfurt wäre allerdings durch nichts zu verhindern gewesen, schon gar nicht - wie es jetzt vorschnell und populistisch von manchen gefordert wird - durch ein noch schärferes Waffenrecht. Die deutschen Waffengesetze zählen schon in ihrer derzeitigen Form zu den schärfsten der Welt. DSB-Präsident Josef Ambacher und Vizepräsident Jürgen Kohlheim haben zusammen mit dem Deutschen Jagdschutz-Verband und dem Forum Waffenrecht seit mehr als drei Jahren partnerschaftlich mit den politischen Gremien und Instanzen für die Novellierung des Waffenrechtes zusammen gearbeitet und der Entwurf, der ausgerechnet am Tag des Anschlages den Bundestag passierte, ist für die Mitglieder des Deutschen Schützenbundes akzeptabel. Er enthält erhebliche Verschärfungen für den Erwerb von Waffen: insgesamt können die Schützen mit dem neuen Regelwerk ihren Sport jedoch weiterhin ausüben.

 

Der Täter, der Mitglied im Schützenverein "Domblick" e.V. im Polizei-Sportverein Erfurt war, hatte in seiner Waffenbesitzkarte auch eine so genannte Pump-Gun eingetragen. Er erhielt diese Waffe über sein nachgewiesenes Bedürfnis zum Schießen mit einer Flinte im Kaliber 12, wählte dabei aber eine für die Ausübung des Sports völlig ungeeignete Marke. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Schütze nicht vordergründig die Absicht hatte, gute sportliche Ergebnisse in den Disziplinen des DSB zu erzielen. Der Deutsche Schützenbund wird hier als erste Konsequenz über seine Sportordnung das Benutzen einer derartigen Waffe für seine Disziplinen grundsätzlich verbieten lassen.

 

Noch sitzen Trauer und Entsetzen über das schreckliche Ereignis in der Landeshauptstadt von Thüringen tief, doch werden in den kommenden Tagen und Wochen die Ursachen, wie es zu der Tat kommen konnte, genau zu analysieren und auf allen gesellschaftlichen Ebenen die Konsequenzen zu ziehen sein. Sicherlich darf man nicht einfach zum Alltag übergehen, doch es darf auch nicht nach dem Motto gehandelt werden: Verbote, Sanktionen, Verschärfungen - wer bietet mehr ? Es darf nun kein Eiltempo geben, bei der Behebung von möglichen gesellschaftlichen Fehlentwicklungen in den Bereichen der Erziehung, der Gesetzgebung und auch der Medien.

In den kommenden Diskussionen ist bei der Aufarbeitung des Themas "Jugendgewalt" Sachlichkeit gefordert. Auch die Schützen werden sich dieser Aufgaben stellen und dazu ihren Beitrag leisten

 

 

Weiterhin weist der DSB darauf hin, sich generell in Bezug auf die Öffentlichkeitsarbeit gemäß dem Dokument Kriesenkommunikation zu verhalten

 

 

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Stand: 11. März 2004